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West-Australien 2006 |
Teil 5:
Endlang der Kueste nach Norden
Kapitel:
- Kalbarri NP
- Rainbow Jungle Park
- Shark Bay
- Monkey Mia
- Segeltoern
- Exmouth Cape Range NP
- Coral
Bay
- Carnavon
- auf dem Weg nach Kalbarri
Auf
dem Weg nach Kalbarri machten wir eine laengere Pause
in Geralton,
der 2. groessten Stadt in Westaustralien. Der Kuestenstreifen hier heisst
"
Batavia Coast ". Hier
haben im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts viele Schiffe an den vorgelagerten Riffen Schiffbruch erlitten ( Details bitte
nachlesen ).
Die
bekannteste Tragoedige ist der Schiffbruch des hollaendischen Handelsschiffes " BATAVIA " um 1629. Die
Stadt hat ein ansprechendes Zentrum und
2
sehenswerte Museen. Das Museum " Western
Australian Museum " informiert anschaulich
ueber die Schiffstragoedien und zeigt ein wenig von
der Kunst und
vom
Leben der Aborigine. Im nahe gelegenen " Regional Museum " kann die Flora und Fauna der Umgebung
studiert werden. Eine angenehme und informative
Unterbrechung
unserer ansonsten eintoenigen Fahrt. Nur " Fish and Chips " in einem
Schnellrestaurant waren graesslich. Auf dem Weg nach
Norden wieder einmal
ein
Schild, das auf eine Sehenswuerdigkeit hinwies. Wir
hielten an und wollten sehen, was es da so lohnenswertes zu fotografieren gibt.
Was wir sahen, war ein
abgeknickter
Baum. Dann haben wir im Reisefuehrer nachgelesen. Es
ist in der Tat ein Naturereignis. Der Baum, ein Flusseukalyptus, der
normalerweise bis zu 20m
hoch
wird, hat unter der Last der staendigen starken
Meereswinde sein Haupt gebeugt und waechst nun in
dieser gebeugten Haltung waagerecht als
" leaning tree "
weiter. Nach etwa 380km naeherten
wir uns dem Ziel, dem " Kalbarri NP
". Auf dem Weg nach Kalbarri, bereits innerhalb des NP, werden etliche
Viewpoints, bzw.
Sehenswuerdigkeiten angeboten. Von diesen Aussichtspunkten hat man eine tolle Sicht auf die Steilkueste und den z. T. bizarren Felsformationen. Wir
haben einige
besucht und waren fasziniert von diesem herrlichen Kuestenabschnitt.
Der
Ort Kalbarri liegt an der Muendung
des Murchison River und ist ein stiller huebscher,
fuer den Campingplatz " Anchorage " entschieden und waren wie immer zufrieden mit
unserer
Die Hauptattraktion in diesem
Nationalpark ist die riesige Schlucht die der Murchison River in unendlich langer Zeit in die Landschaft eingeschnitten
hat.
Die
Schlucht ist ca. 80km lang und die teilweise bewachsenen Waende
bis zu 100m hoch. Es gibt vier
Aussichtspunkte von denen aus dieses Naturwunder erlebt
werden
kann. Dabei ist der Aussichtspunkt
" The Loop "
der wohl spektakulaerste im NP. Nach einer kleinen
Wanderung vom Parkplatz aus erreicht man eine der
Hauptattraktionen
des NP, das " NATURE's WINDOW ", eine Gesteinsformation
die einem Fenster gleicht. Von hier ist Blick in die Schlucht und auf die
Flussschleife
phantastisch.
Wer Lust hat und gut in Form ist, kann auf
dem schoenen Wanderweg dem Verlauf der Flussschleife
folgen. Ca. 6Std dauert die Wanderung, die wir
aber
nicht gemacht haben. Die Eintrittsgebuehr betrug 5AU$. Der Weg zu den Viepoints betraegt ca. 26km auf
einer roten Sandpiste. Wenn es nicht geregnet hat
auch
fuer 2WD befahrbar. Ausgewaschen durch den Regen hat
man allerdings das Gefuehl auf einem Waschbrett zu
fahren. Da wurden wir und unser Wagen ordentlich
durchgeschuettelt. Erst bei einem Tempo von 60kmh lief der Wagen
etwas ruhiger, aber diese Geschwindigkeit ist auf dieser Strasse nicht ungefaehrlich. So mussten
wir
uns entscheiden, schuetteln oder Risiko. Wir machten
es so, auf ueberschaubaren Stuecken
die hohe Geschwindigkeit, wenn es eng wurde, in Kurven oder bei
Gegenverkehr
und in unuebersichtlichen Kurven wurde halt geschuettelt.
Die
Strasse war auch der Grund weshalb wir auf den 2. wichtigen Aussichtspunkt "
Z-Bend " verzichteten. Dann das waren
nochmals 25km fuer eine Strecke. Und das
war dann doch zuviel " schuetteln " fuer uns.
Dieser
Park liegt knapp 4m ausserhalb der Stadt und
beherbergt eine Vielzahl von einheimischen Sittichen und Papageien, sowie
einige selten gewordenen Vogelarten
aus
Suedamerika und Australien. Ueber den Park ist ein riesiges Netz
gespannt, so dass viele Voegel " frei " herumfliegen koennen. Ein hoher Turm ueberragt
die
Anlage,
von dem aus man einen guten Rundblick auf den Fluss, das Staedtchen
und die See hat. Auf Grund der Artenvielfalt ist ein Besuch des Parks
lohnenswert.
Unser
Fazit: Auf dem Weg nach Norden ein
lohnenswerter Abstecher.
Jetzt
geht es weiter zum Shark Bay Marine Park
1991
wurde der Marine Park zum UNESCO
Weltnaturerbe erklaert. Es hat sich inzwischen eine
phantastische Unterwasserwelt gebildet, in der sich Wale, Haie,
Delfine,
Seekuehe, Schildkroeten und
u. v. m. heimisch fuehlen.
Gefoerdert vor allem dadurch, dass der Meeresboden
fast zu 1/3 mit dichten Seegrasweiden bedeckt
ist,
und nicht mehr abgefischt werden darf. Hauptattraktion sind
ohne Zweifel die Delfine von Monkey Mia,
zu denen wir auch in erster Linie wollten.
Es gibt aber
noch
andere Attraktionen. Z. B. den SHELL
Beach. Von weitem sah der Strand aus, als bestaende
er aus schneeweissen Sand.
Beim genaueren Hinsehen wurde dann
deutlich,
dass Milliarden kleiner Muscheln, die durch Wind und Wasser herangespuelt
wurden, bedeckt ist. Die Muschelschicht soll bis zu 10m dick sein. Als wir
durch
Denham fuhren fing die Daemmerung an, so
dass wir vom Ort nur einen fluechtigen Eindruck
bekamen. In Monkey Mia spuerten
wir deutlich die Zunahme der Traveller.
Dennoch
wie immer, reichlich Platz auf dem Campingplatz direkt am Strand. Es war waermer geworden, gebadet haben trotzdem noch nicht.
Die Delfine von Monkey Mia
Diesmal
hatten wir uns fest vorgenommen rechtzeitig am Strand zu sein. Die Ranger hatten uns informiert, dass die Tiere meistens gegen
8 Uhr auftauchen. Als wir zum
Strand
kamen war schon ein stattliche Anzahl Schaulustiger versammelt. Es war still
wie in einer Kirche. Und dann kamen sie angeschwommen, die " Bottlenose Dolphins ".
Sie
schwammen einige Male in der Bucht hin und her und naeherten
sich allmaehlich dem Ufer. Es gelten hier allerdings strenge Regeln. Die
Tiere duerfen nicht angefasst
werden
und gefuettert werden darf nur unter Aufsicht der Ranger. Eingecremte Beine sind nicht erwuenscht,
da die Delfine empfindlich reagieren koennten. Gefuettert
wird
auch nur spaerlich, damit die Tiere ihre natuerliche Verhaltensweise nicht verlernen. Sie dient wohl
auch in erster Linie dazu, dass ein " unvergessliches Foto
"
geschossen
werden kann. Hautnah mit diesen frei lebenden Tieren zusammen zu sein, ist
schon ein Erlebnis der besonderen Art. Nach der " 8 Uhr – Show "
zogen die
meisten
Schaulustigen ab. Wir zoegerten noch, da wir ueberlegten ob wir den Segeltoern
mit dem riesigen Katamaran fuer mittags buchen
sollten. Und da kam der
naechste Schwarm Delfine angeschwommen. Diesmal war die
Kulisse der Schaulustigen sehr klein und der zustaendige
Guide sehr gespraechig, so dass wir dieses
spektakulaere Naturereignis noch besser geniessen
konnten und viele Informationen ueber das Leben und Verhalten der Tiere
bekamen. Erklaeren, warum die Tiere
regelmaessig in die Bucht kommen, konnte der Guide allerdings auch nicht. Macht nichts, Hauptsache sie waren da und wir haben sie erlebt. Vergessen werden duerfen
natuerlich
die maechtigen Pelikane nicht, die inzwischen auch zu
einer Attraktion hier geworden sind. Stolz wandern sie zwischen den Touristen
herum und bieten viele
tolle
Fotomotive. Auch diese Tiere sollten nicht gefuettert
werden.
Der Segeltoern
Fuer mittags hatten wir eine 2stuendige Segeltour mit dem grossen
Katamaran gebucht. Wir fanden den Zeitpunkt sehr guenstig,
da auf dem Meer die Mittagshitze kaum
zu
spueren war. Ein Erlebnis fuer
uns von hohem Unterhaltungswert, da wir das sanfte dahin Gleiten des Katamaran ausgesprochen entspannend fanden. Ein Werbeslogan
fuer diese Tour lautet " you get sick, you get 100AU$ ". Viele
Delfine und einige Seekuehe sahen wir auf dieser
Tour. Und wir erfuhren viel ueber den Marine Park
vom
Kapitaen des Katamaran. 3 Stunden waren wir
unterwegs, und koennen diesen Ausflug sehr empfehlen.
Irgendwann
ging es dann weiter in Richtung Norden nach " Exmouth ".
Exmouth – Cape Range Nationalpark
Exmouth, so hatten wir
festgelegt, sollte der noedlichste Punkt unserer
Reise sein. Der Ort selber gibt eigentlich nicht viel her. Bis auf ein paar
frei lebende Emus gibt
es
kaum andere Attraktionen. Wir wollten auch in erster Linie in den Ningaloo Marine Park mit dem grossen
Ningaloo Reef zum
wandern und schnorcheln. Das Reef
ist
viel
kleiner als das Great Barrier Reef im Osten und
auch die Artenvielfalt ist nicht so gross. Hat aber den grossen Vorteil, dass die
Unterwasserwelt an vielen Stellen
vom
Strand aus besucht werden kann, waehrend man zum
Great Barrier Reef immer
mit dem Boot fahren muss. Das Ningaloo Reef erstreckt sich vonWaneroo im
Sueden
bis
zur noerdlichen Spitze des Cape Range NP, ueber 260km.
Der Campingplatz " Lighthouse Carawan Park "
war nicht ganz so komfortabel wie gewohnt, aber trotzdem
ok. Ausserdem gab es in den
Abendstunden viele Papageien und Kakadus.
Wir
wollten an einigen Stellen schnorcheln und holten uns
die erforderlichen Informationen im " Milyering Visitors Center ". Hier hatten wir eine ausgezeichnete
Beratung,
wertvolle Tipps und eine passable Schnorchelausruestung
bekommen. Empfohlen wurde uns der Lakeside Beach und die Tuerkis – Bucht.
Viele Straende haben
wir
besucht und alle waren traumhaft schoen und vor allem
EINSAM! Wir begannen mit dem Lakeside Beach. Vorweg gesagt, es war fuer
uns das beste Schnorchelrevier.
Direkt
am Ufer begann das Riff, keine Stroemung und klasse
Sichtweiten in dem glasklarem Wasser. Alle uns
bekannten Riffbewohner haben wir wieder getroffen
und
z. T. von betraechtlicher
Groesse. Dann relaxten wir im weissen
Sand, aber mit dem Nachteil, kein Schatten. Dann wollte W. ein weiteres Mal schnorcheln, und
diesmal
von einer kleinen Bucht aus starten. Als er in Bucht kam, wimmelte es im Wasser
nur so von Haien, die zwischen 1 – 2m gross waren (
unsere Schaetzung ). Damit
war
das Thema " Schnorcheln " in dieser Bucht erledigt. Spaeter im Info – Center meinte die junge Dame, normalerweise sind sie voellig ungefaehrlich. Aber die
Menge
der
Tiere hat uns doch davon abgehalten ins Wasser zu gehen. Auf spaeteren Schnorcheltrips sahen wir immer wieder mal groessere Haie, aber die traten nur
vereinzelt
auf, und wir waren immer zu mehreren Schnorchlern im
Wasser.
So
viele wunderschoene Straende
mit herrlichen weissen Sand und dem glasklarem
Wasser, so gross und so weit, und das alles fuer uns ganz alleine. Ein kleiner
Schatten
fiel doch auf die Straende, sie hatten eben keinen
Schatten.
Von
der Sonne arg strapaziert beschlossen wir dann, nicht im NP zu uebernachten und zurueck zu fahren. Da wir ja nur ein 2WD – Fahrzeug hatten,
und der letzte
Teil
des Parks nur mit 4WD befahrbar ist, mussten wir nach Exmouth
zurueck. Unser Ziel war " Coral Bay ". Es ging also wieder
nach Sueden.
Oft
kritisiert in den Printmedien, und es ist mehr Negatives als Positives ueber Coral Bay zu hoeren,
doch wir wollten dort hin. Von einigen Travellern hatten wir die Informationen,
dass der Ort und der Strand durchaus Fall besuchenswert sind.
Der
Ort ist aus unserer Sicht touristisch der am weitesten erschlossene Ort am Nigaloo Reef. Hier
wird alles angeboten, was Urlaubern Spass macht.
Leider auch mit
den nachteiligen Auswirken eines boomenden Tourismus. So sind die
Korallen in Strandnaehe schon arg beschaedigt.
Doch es wird gegengesteuert. Z. B. fuettern der
Fische
ist nicht mehr erlaubt, da das nicht gefressene Futter
oft den Korallen zusetzt und diese dann vom Absterben bedroht sind. Es wird
versucht die Besucher
aufzuklaeren, wie das Riff erhalten bzw. sich wieder erholen
kann. Wir haben Touren mit dem Glas –
Boot unternommen, und waren echt begeistert. Eine Tour war eine
reine
Schnorcheltour mit zwei Stopps, die uns sehr gut gefallen haben. Der junge Kapitaen hat uns waehrend der
Fahrt sehr viele Informationen ueber das Riff gegeben.
Der
erste Stopp war kurz vor dem Riffabriss. Viele Fische, und nahe dem Abriss,
auch einige praechtige Exemplare von erstaunlicher Groesse haben wir gesehen, die
direkt
ueber dem Riff in der Groesse so nicht vorhanden
sind.
Die
zweite Tour ging zu den Schildkroeten, aber auch
verbunden mit einem tollen Schnorchelgang.
Es
war der gleiche junge Kapitaen von der vorherigen
Tour, der sein Boot ausgesprochen geschickt steuerte, so dass wir die Schildkroeten wunderbar sehen konnten. Ob
es
gut fuer die Schildkroeten
war, von einem grossem Boot
verfolgt zu werden? Das koennen wir nicht beurteilen.
Der
Schnorcheltrip war erste Sahne. In einer etwa 5m tiefen Schlucht unter Wasser
konnten wir den Riffhaien folgen, sahen grosse Rochen
und Schildkroeten und eine
intakte
Korallenwelt ( soweit wir das beurteilen koennen
). Ganz toll die Korallen die waehrend der Fahrt im Glasboot bestaunt und beobachtet
werden konnten. Tauchen
ist
wohl etwas schwieriger, da das Riff hier doch sehr flach ist. Es sind 2
verschiedene Welten, Coral
Bay, touristisch erschlossen und mit vielen angebotenen Aktionen,
oder
Ningaloo Reef NP mit
traumhaften Straenden,
toller Natur, klasse Reviere zum Schnorcheln
und viiiiiel Einsamkeit. Die Camping Grounds im NP liegen fast immer
am
Strand, aber leider immer ohne Schatten. Ganz wichtig, ausreichend Wasser
mitnehmen. Denn im NP gibt es kein Trinkwasser.
Wer nach Norden will, sollte beides
erleben.
Sowohl
auf dem Weg nach Norden, wie auch auf dem Rueckweg
blieben wir fuer kurze Zeit in Carnavon.
Hier bestimmen riesige Obstplantagen das Bild der Landschaft.
Vor
allem Bananen ( decken fast 60% des australischen Bedarfes ab ) werden
angebaut, aber auch Mangos, Grapefruits und Orangen gedeihen hier in riesigen
Plantagen.
Uns
blieb nur Zeit fuer einen kleinen Spaziergang durch
die Plantagen. Denn hier mussten wir
unsere Reise abbrechen und schnellsten nach Deutschland zurueckkehren.
(
den Grund hatten wir ja schon am Anfang des Berichtes erwaehnt ).
Ab
jetzt ging es nur noch in Richtung Perth, ohne nach " rechts und links
" zu schauen. Und wir hatten doch noch so viele Highlights geplant.
Ende unserer Reise.
