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Der Pinatubo Vulkan
erfahren hatten, dass das " Ati Ati Han " Festival frueher als wir dachten stattfindet. Da wir dieses Fest gerne erleben wollten, aenderten
Manila und Panay nach Boracay. Wie schon erwaehnt, der Bus wird vom Hotel Swagman
Angeles
Da uns Swagman zu teuer war, entschieden
wir uns fuer das " Marple Guesthouse
" eine kleine Pension ganz in der Naehe ( siehe auch
die Hotelbeschreibung ).
Bis zum Ausbruch des Pinatubos 1991 war hier der groesste
US – Luftwaffen – Stuetzpunkt im Ausland. Er wurde
von der Vulkanasche
voellig zerstoert.
Der Stuetzpunkt wurde nicht erneut aufgebaut und die
Philippinen erneuerten den Stationierungsvertrag mit den USA
nicht mehr. Auch in Angeles blieb als Erbe der GI's
eine riesige Bordellstadt zurueck. Heute ueberwiegend von Australiern, Englaendern
und Skandinaviern besucht. Auch Deutsche scheinen wieder vermehrt hier
aufzutreten, da ja Ermita " gesaeubert
" wurde. Ein uebler
Anblick, wenn schon morgens um 10 Uhr minderjaehrige
Prostituierte mit dicken Westlern alkoholisiert durch die Strassen taumeln, Sex
in jeder Form offen angeboten wird. Aber wenn das Ziel Vulkan Pinatubo heisst, geht es ohne Angeles nicht. Zumal ja hier auch der
alte
Flughafen der US – Armee zum Weiterkommen benutzt werden muss.
Kleines Problem beim Geld tauschen. In Angeles haben wir keine Bank
gefunden, die TC in Bargeld tauschten. Mussten das
Geld mit
der Maestro – Card am Automat abheben.
Ziemlich ueberraschend, aber mit vielen Vorankuendigungen
regte sich 1991 der Pinatubo, der bis dahin 600 Jahre friedlich vor sich hin
schlummerte. Leider wurden die Warnungen, vor
allem von den Bergbewohnern, missachtet, so dass es fast 800 Toten durch den
Ausbruch
und die ausstroemende
Lava gab. Die ausgestoßene weiße Asche bedeckte die Umgebung und die Haenge des Pinatubos. Eine riesige
Aschewolke gelang in die Atmosphaere
und umrundete innerhalb von 3 Wochen die Erde.
Die nächste Katastrophe
wurde durch einen unglaublichen Monsunregen 1995 verursacht. Die Wassermassen
schwemmten die weiße Asche
vom Pinatubo hinab in die Täler. Dabei entstanden Lahar – Stroeme die wie fluessiges Zement ganze Regionen ueberfluteten. Doerfer
versanken, Fluesse
verschwanden und viele bizarre neue Landschaften wurden durch die Lahar – Stroeme geformt.
Diese " neue " Natur wird inzwischen von
den Filippinos als sensationelles Naturereignis
vermarktet. Es ist aber kein Katastrophen –
Tourismus, sondern eine Anschauung, wie wenig der
Mensch den Naturgewalten entgegen setzen kann, und andererseits wie zaeh und
ausdauernd der Mensch sein kann, wenn es gilt
aufgetretene Naturkatastrophen zu ueberwinden.
Auch die versunkene Doerfer wurden so erhalten, wie die Natur sie zurueck gelassen hatte. Die neuen Haeuser
wurden auf den erkalteten
Lahar – Fundamenten neu
errichtet. Die versunkenen Haeuser sind nunmehr eine
Touristenattraktion.
Um einen Eindruck von der neuen Landschaft zu
bekommen, hatten wir eine 2stuendige Tour durch ein versunkenes Dorf im Swagman –
Reisebuero mit Guide gebucht.
Zum Reisebuero: sehr
kompetent und hilfsbereit. Ist ja dem Hotel angegliedert. Aber auch wer nicht
im Hotel wohnte wurde hier sehr gut
beraten und bedient.
Ohne Guide findet man kaum zu diesen Orten, die
eine Besichtigung wert sind. Es war schon beeindruckend was wir sahen und wie
die
Menschen mit dem Gegebenen umzugehen wussten. So wurde in der halb versunkenen Kirche halt der Altar und die Stuehle und Baenke
auf den Lahar –
Fundamenten neu aufgebaut. Es entstand eine kleinere, aber voll funktionsfaehige neue Kirche.
Die heissen Quellen des Pinatubo
Ein weiteres Highlight, so unser Reisebuero, ist eine Wanderung durch ein Flusstal zu den heissen Quellen am Fusse des
Pinatubos. Die
Damen in der Reiseagentur meinten, in etwas mehr
als einer Stunde wuerde man die Quellen erreichen.
Hier hatte sich der kleine Fluss,
der waehrend der
Regenzeit zu einem " reissenden Ungeheuer "
wird, durch die erkalteten Lava- und Lahar- Stroeme einen Weg gebahnt
und hinterliess eine
fast unvorstellbare bizarre Landschaft. Und das was der Fluss geschaffen hatte,
wollten wir sehen und erleben.
Unser Guide meinte, in jedem Jahr erlebt man hier
eine andere Landschaft, die der Fluss in der Regenzeit immer wieder neu
formt. Daher
ist diese Tour auch nur waehrend
der Trockenzeit und nur mit Guide machbar. Bevor das Flusstal betreten werden
kann, muss man sich
an einem Kontrollpunkt registrieren lassen, mit
Angabe einer Telefonadresse im Heimatland. Da erschien uns dieser Trip doch
nicht ganz so
easy, wie ihn unsere
Reiseagentur dargestellt hatte. Und ohne Guide haetten
wir den Kontrollpunkt nicht passieren koennen.
Die Tour selber dauerte insgesamt etwas mehr als 7
Stunden. Der Fluss, an einigen Stellen einige Meter breit und knietief, musste ueber
30 mal durchquert werden, und
bei jeder Durchquerung wurde das Wasser etwas waermer.
Es ging zwar immer etwas aufwaerts, aber
richtige Steigungen mussten nicht ueberwunden werden. Wir hatten anfangs geglaubt, in den heissen Quellen ein Bad nehmen zu koennen.
Doch unser Badezeug haben wir umsonst
mitgeschleppt. Schmerzensschreie haben wir ausgestoßen, als wir die Fuesse in ein kleines
Auffangbecken hielten. Unsere Fuesse
sahen aus wie verbrueht ( was
sie G. s. D. nicht waren ).
Fuer diese Wanderung traf der
Spruch " Der Weg ist das Ziel
" 100%ig zu. Die Landschaft, der
Fluss, die steilen Waende immer
beeindruckend und nicht selten beaengstigend.
Denn die hohen Waende, die manchmal oben zusammen zu
wachsen schienen, waren ja
keine Felswaende,
sondern aus Lava- und Laharstroeme gebildet. Und das sah schon
oft sehr broeselig aus.
Manchmal kaum ein paar Meter von unserem Weg entfernt
hatten sich sumpfige, blubbernde Loecher gebildet, in
denen mittlere Steine,
die unser Guide dort hinein warf, sang und
klanglos verschwanden. Nein, ohne Guide diese Wanderung zu unternehmen, grenzte
an
Selbstmord.
Trotz aller Strapazen, dieser Tag gehoerte mit zu den sehr
guten Tagen auf den Philippinen.
Unser naechstes Ziel war
die Trauminsel Boracay, die ja inzwischen weltweit
bekannt ist. Erreicht wird die Insel mit dem Flugzeug
entweder ueber den groesseren Flughafen inKalibo,
dann mit dem Bus weiter zum Hafen in Catiklan ( 2Std
) und dann mit einem Pampas –
boot rueber nach Boracay ( ca. 20 Minuten ), oder
mit einer kleinen Maschine direkt nach Catiklan und
weiter mit dem Boot. Wir hatten
ueber " Filippinos Travel " einen Flug von Angeles ueber Manila nach Catiklan
gebucht. In Angeles war der ehemalige US – Militaer –
Flughafen " Clark – Airport " fuer den zivilen Luftverkehr umgebaut worden. Mit einer
kleinen Maschine der Air Pacific ( 24 Sitze )
ging der Flug zunaechst
nach Manila. Das Einchecken war etwas kurios. Jeder Passagier wurde mit seinem Gepaeck gewogen, und
entsprechend im Flieger verteilt. Uns wollte man
auseinander setzen, was wir nicht so gerne hatten. Nach einem kurzen Protest
unsererseits konnten wir uns dann zusammen setzen. Wir sassen direkt
hinter dem Piloten. Ein " hautnahes " Flugerlebnis. Zum Abschied
noch mal ein Blick auf das Pinatubo – Massiv und
dann ging es Richtung Sueden.