Philippinen 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Pinatubo Vulkan

   Unsere urspruengliche Planung, zunaechst in den Norden von Luzon zu reisen, gaben wir auf, da wir im Reisebuero " Filipinos Travel "
      erfahren hatten, dass das " Ati Ati Han " Festival frueher als wir dachten stattfindet. Da wir dieses Fest gerne erleben wollten, aenderten

      wir unsere Planung. Also zunaechst mit dem Bus nach Angeles und dann die " Pinatubo Wanderung ". Danach dann mit dem Flieger ueber

      Manila und Panay nach Boracay. Wie schon erwaehnt, der Bus wird vom Hotel Swagman eingesetzt und kostet ca. 6€.

 

Angeles

 

Da uns Swagman zu teuer war, entschieden wir uns fuer das " Marple Guesthouse " eine kleine Pension ganz in der Naehe ( siehe auch

die Hotelbeschreibung ).

Bis zum Ausbruch des Pinatubos 1991 war hier der groesste US – Luftwaffen – Stuetzpunkt im Ausland. Er wurde von der Vulkanasche

voellig zerstoert. Der Stuetzpunkt wurde nicht erneut aufgebaut und die Philippinen erneuerten den Stationierungsvertrag mit den USA

nicht mehr. Auch in Angeles blieb als Erbe der GI's eine riesige Bordellstadt zurueck. Heute ueberwiegend von Australiern, Englaendern

und Skandinaviern besucht. Auch Deutsche scheinen wieder vermehrt hier aufzutreten, da ja Ermita  " gesaeubert " wurde. Ein uebler

Anblick, wenn schon morgens um 10 Uhr minderjaehrige Prostituierte mit dicken Westlern alkoholisiert durch die Strassen taumeln, Sex

in jeder Form offen angeboten wird. Aber wenn das Ziel Vulkan Pinatubo heisst, geht es ohne Angeles nicht. Zumal ja hier auch der alte

Flughafen der US – Armee zum Weiterkommen benutzt werden muss.

Kleines Problem beim Geld tauschen. In Angeles haben wir keine Bank gefunden, die TC in Bargeld tauschten. Mussten das Geld mit

der Maestro – Card am Automat abheben.

               

                Der Pinatubo

 

                Ziemlich ueberraschend, aber mit vielen Vorankuendigungen regte sich 1991 der Pinatubo, der bis dahin 600 Jahre friedlich vor sich hin

schlummerte. Leider wurden die Warnungen, vor allem von den Bergbewohnern, missachtet, so dass es fast 800 Toten durch den Ausbruch

und die ausstroemende Lava gab. Die ausgestoßene weiße Asche bedeckte die Umgebung und die Haenge des Pinatubos. Eine riesige

Aschewolke gelang in die Atmosphaere und umrundete innerhalb von 3 Wochen die Erde.

Die nächste Katastrophe wurde durch einen unglaublichen Monsunregen 1995 verursacht. Die Wassermassen schwemmten die weiße Asche

vom Pinatubo hinab in die Täler. Dabei entstanden LaharStroeme die wie fluessiges Zement ganze Regionen ueberfluteten. Doerfer

versanken, Fluesse verschwanden und viele bizarre neue Landschaften wurden durch die LaharStroeme geformt.

Hier ein paar Bilder vom Ausbruch des Pinatubos. Unmöglich solche Bilder selbst zu fotografieren. Da wir sie aber als ganz toll empfunden

haben, sind wir hier mal " fremd gegangen " und haben Fotos aus den Archiven der US-Marine kopiert. Da wir kein Copyright fanden,

gehen wir davon aus, dass sie " frei " sind.

 

Das versunkene Dorf

 

Diese " neue " Natur wird inzwischen von den Filippinos als sensationelles Naturereignis vermarktet. Es ist aber kein Katastrophen

Tourismus, sondern eine Anschauung, wie wenig der Mensch den Naturgewalten entgegen setzen kann, und andererseits wie zaeh und

ausdauernd der Mensch sein kann, wenn es gilt aufgetretene Naturkatastrophen  zu ueberwinden.

Auch die versunkene Doerfer wurden so erhalten, wie die Natur sie zurueck gelassen hatte. Die neuen Haeuser wurden auf den erkalteten

Lahar – Fundamenten neu errichtet. Die versunkenen Haeuser sind nunmehr eine Touristenattraktion.

Um einen Eindruck von der neuen Landschaft zu bekommen, hatten wir eine 2stuendige Tour durch ein versunkenes Dorf im Swagman

Reisebuero mit Guide gebucht.

Zum Reisebuero: sehr kompetent und hilfsbereit. Ist ja dem Hotel angegliedert. Aber auch wer nicht im Hotel wohnte wurde hier sehr gut

beraten und bedient.

Ohne Guide findet man kaum zu diesen Orten, die eine Besichtigung wert sind. Es war schon beeindruckend was wir sahen und wie die

Menschen mit dem Gegebenen umzugehen wussten. So wurde in der halb versunkenen Kirche halt der Altar und die Stuehle und Baenke

auf den Lahar – Fundamenten neu aufgebaut. Es entstand eine kleinere, aber voll funktionsfaehige neue Kirche.

 

Die heissen Quellen des Pinatubo

 

Ein weiteres Highlight, so unser Reisebuero, ist eine Wanderung durch ein Flusstal zu den heissen Quellen am Fusse des Pinatubos. Die

Damen in der Reiseagentur meinten, in etwas mehr als einer Stunde wuerde man die Quellen erreichen. Hier hatte sich der kleine Fluss,

der waehrend der Regenzeit zu einem " reissenden Ungeheuer " wird, durch die erkalteten Lava- und Lahar- Stroeme einen Weg gebahnt

und hinterliess eine fast unvorstellbare bizarre Landschaft. Und das was der Fluss geschaffen hatte, wollten wir sehen und erleben.

Unser Guide meinte, in jedem Jahr erlebt man hier eine andere Landschaft, die der Fluss in der Regenzeit immer wieder neu formt.  Daher

ist diese Tour auch nur waehrend der Trockenzeit und nur mit Guide machbar. Bevor das Flusstal betreten werden kann, muss man sich

an einem Kontrollpunkt registrieren lassen, mit Angabe einer Telefonadresse im Heimatland. Da erschien uns dieser Trip doch nicht ganz so

easy, wie ihn unsere Reiseagentur dargestellt hatte. Und ohne Guide haetten wir den Kontrollpunkt nicht passieren koennen.

Die Tour selber dauerte insgesamt etwas mehr als 7 Stunden. Der Fluss, an einigen Stellen einige Meter breit und knietief, musste ueber

30 mal durchquert werden, und bei jeder Durchquerung wurde das Wasser etwas waermer. Es ging zwar immer etwas aufwaerts, aber

richtige Steigungen mussten nicht ueberwunden werden. Wir hatten anfangs geglaubt, in den heissen Quellen ein Bad nehmen zu koennen.

Doch unser Badezeug haben wir umsonst mitgeschleppt. Schmerzensschreie haben wir ausgestoßen, als wir die Fuesse in ein kleines

Auffangbecken hielten. Unsere Fuesse sahen aus wie verbrueht ( was sie G. s. D. nicht waren ).

Fuer diese Wanderung traf der Spruch " Der Weg ist das Ziel "  100%ig zu. Die Landschaft, der Fluss, die steilen Waende immer

beeindruckend und nicht selten beaengstigend. Denn die hohen Waende, die manchmal oben zusammen zu wachsen schienen, waren ja

keine Felswaende, sondern aus Lava- und Laharstroeme gebildet. Und das sah schon oft sehr broeselig aus.

Manchmal kaum ein paar Meter von unserem Weg entfernt hatten sich sumpfige, blubbernde Loecher gebildet, in denen mittlere Steine,

die unser Guide dort hinein warf, sang und klanglos verschwanden. Nein, ohne Guide diese Wanderung zu unternehmen, grenzte an

Selbstmord.

Trotz aller Strapazen, dieser Tag gehoerte mit zu den sehr guten Tagen auf den Philippinen.

Und hier einige Fotos von dieser beeindruckenden Wanderung.

 

Weiterflug nach Boracay

 

Unser naechstes Ziel war die Trauminsel Boracay, die ja inzwischen weltweit bekannt ist. Erreicht wird die Insel mit dem Flugzeug

entweder ueber den groesseren Flughafen inKalibo, dann mit dem Bus weiter zum Hafen in Catiklan ( 2Std ) und dann mit einem Pampas –

boot rueber nach Boracay ( ca. 20 Minuten ), oder mit einer kleinen Maschine direkt nach Catiklan und weiter mit dem Boot. Wir hatten

ueber " Filippinos Travel " einen Flug von Angeles ueber Manila nach Catiklan gebucht. In Angeles war der ehemalige US – Militaer

Flughafen " Clark – Airport " fuer den zivilen Luftverkehr umgebaut worden. Mit einer kleinen Maschine der Air Pacific ( 24 Sitze )

ging der Flug zunaechst nach Manila. Das Einchecken war etwas kurios. Jeder Passagier wurde mit seinem Gepaeck gewogen, und

entsprechend im Flieger verteilt. Uns wollte man auseinander setzen, was wir nicht so gerne hatten. Nach einem kurzen Protest

unsererseits konnten wir uns dann zusammen setzen. Wir sassen direkt hinter dem Piloten. Ein " hautnahes " Flugerlebnis. Zum Abschied

noch mal ein Blick auf das Pinatubo – Massiv und dann ging es Richtung Sueden.