ein
Reisebericht
von Lilo und Wolfgang Geiger
o Planung -
Anreise
1 = Luang
Prabang
2 = Xieng -
Plateau
3
= Vientiane
Die anderen
interessanten Reiseziele im Norden bzw. Süden von Laos mussten auf den nächsten
Besuch verschoben werden.
Mit der Thai
Airways von Bangkok nach etwas mehr als 1 Stunde in Vientiane gelandet.
Netter kleiner Flughafen mit wenig Hektik. Das Einreisevisum sollte besser im
Heimatland von der laotischen Botschaft ausgestellt werden, da dann die
Abfertigung am Flughafen erheblich schneller erledigt ist. Es kostet zur Zeit 50
US$. Problemlos ist auch die Einreise über Land von Thailand aus ( von den
anderen angrenzenden Ländern aus soll es auch möglich sein; erkundigen!!
). Das Visum ist auch in Bangkok ohne Schwierigkeiten, sicherlich am
einfachsten in der Kao San Road zu bekommen, moeglicherweise auch
guenstiger, es dauert nur ein paar Tage und die wollten wir nicht in
der KSR
vergeuden.
Was hatte
uns eigentlich veranlasst Laos in unsere Reisepläne einzubeziehen? Waren es die
heiligen Höhlen von Pak OU am Mekong, Thong Hay Hin, die Ebene
der Tonkrüge, Luang Prabang, die alte Königsstadt mit den schönen Pagoden,
Tempeln und Palästen? Wir können es nicht genau sagen, und es ist egal, wir
waren in Laos und freuten uns auf dieses Land. Schon nach den " ersten
Schritten " ins Land spürten wir, hier gehen die Uhren anders ( oder waren
einfach stehen geblieben). Fern jeder Hektik und Eile, so behäbig wie der
Mekong in Richtung Kambodscha fließt, plätschert auch das tägliche Leben in
Laos dahin. Schnell hatte man das beschaulich charmante Land mit seinen
herzlichen Menschen lieb gewonnen. Und wir hatten nicht den Eindruck,
dass die Menschen, trotz ihrer Armut, neidisch auf das reiche, glitzernde und
hektische Thailand am gegenüberliegenden Mekongufer blickten. Hier bleibt die
Hoffnung, bei allen gerechtfertigten Bemühungen um eine Verbesserung der
Lebensqualität, dass diese Zufriedenheit noch lange anhält. Der Buddhismus, so
unser Eindruck, hat in Laos einen wesentlich größeren Einfluss auf den Alltag
der Menschen, als in anderen buddhistischen Ländern.
o Vientiane
Das
Hotelangebot ist ausreichend und relativ preiswert. Noch halten sich die
Touristenströme in Grenzen, die vielen Bautätigkeiten lassen jedoch erkennen,
dass hier in naher Zukunft mehr erwartet wird. Wir hatten uns das XIENG-Hotel,
mit gut ausgestatteten Zimmern mit TV und Minibar, freundlichem Personal
und einem Swimmingpool für 20US$ fuer das DZ ausgesucht.
Sehr gut
lässt sich die Stadt per Fahrrad erkunden. Die Räder sollte man sich aber genau
anschauen, sonst kommt man schnell in die Situation, das Rad schieben zu
müssen. Die Stadt ist überschaubar und das Fahrrad zählt noch mit zu den
wichtigsten Transportmitteln. Die anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer
verhalten sich erfreulich rücksichtsvoll. Breite Prachtstraßen sind kaum
vorhanden und der Verkehr fließ gemächlich, fast noch ruhiger als der Mekong,
dahin. Selbst die Hühner genießen ihre Siesta am Straßenrand.
Wichtigster
Tempel ist der Pha That Luang Tempel, der auch das Wahrzeichen von Laos
ist. Um den Triumphbogen, der ein wenig dem Arc
de
Triomphe ähnelt, herum haben sich Souvenirstände etabliert und die Grünanlagen
werden von den Laoten zum relaxen genutzt. Es gibt noch eine Reihe von
lohnenswerten Tempelanlagen wie Wat Sisaket, Wat Simuang, Hor Prakeo
usw. die einen Besuch lohnen. Empfehlenswert ist ein Bummel am Mekongufer. Bei
einem kühlen " Lao Beer " ( schmeckt abends sehr gut ) lässt
sich hier der Sonnenuntergang in einem der vielen Biergärten entspannt
genießen. Gespräche mit den flanierenden Mönchen sind leicht möglich, da diese
jede Gelegenheit nutzen, um ihr Englisch aufzubessern.
Ein
Ausflug zum Steingarten Xieng Khuane, außerhalb von Vientiane, lohnt
sich unserer Meinung nach nicht. Hier sind aus Zement und Beton einige Figuren
( buddhistische, hinduistische Motive ) und Häuser aufgebaut, die wir nicht
sonderlich attraktiv fanden.
Das
Angebot an Restaurants war aus unserer Sicht nicht so berauschend ( oder wir
hatten nur einfach Pech ), die laotische Küche sehr schmackhaft, ohne
allerdings die Vielfalt der Thai-Küche zu erreichen. Softgetränke und Bier sind
fast überall gekühlt erhältlich. Die internationale Küche ist stark französisch
orientiert und unserer Meinung nach einfach zu teuer. Das Baguette ist auch in
Laos, wie in ganz Indochina, eine positive Hinterlassenschaft der Franzosen und
macht das Frühstück erträglich. Insgesamt hielten wir uns 5 Tage in Vientiane
auf und fanden das vollkommen ausreichend.
o Luang Prabang
Täglich 3
x besteht eine Flugverbindung von Vientiane nach Luang Prabang mit alten
russischen oder chinesischen Propellermaschinen. Diese wirkten nicht sehr
vertrauensvoll und wir hofften, dass wenigstens die Wartung gut war. Der Flug
dauert ca. 45 Minuten und man ist froh wieder festen Boden unter den Füßen zu
haben.
Im Bezirk
Luang Prabang, mit der Provinzhauptstadt gleichen Namens, fließt der Mekong
über viele Kilometer durchs Landesinnere, ist also nicht Grenzfluss zu
Thailand.
Am
Zusammenfluss von Mekong und Khan Fluss, an zum Teil sehr steilen Ufern, liegt
die wunderschöne alte Königsstadt Luang Prabang, mit ihren ca. 30.000
Einwohnern. Sie hat sich inzwischen zur Touristenmetropole in Laos entwickelt
und wurde von der UNESCO als " Kulturerbe der Menschheit "
eingestuft.
Die
Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, der Fischerei und natürlich vom
Tourismus, der sich, trotz des rasanten Anstiegs der Besucherzahlen, immer noch
in erträgliche Grenzen hält. Das Angebot an Hotels und Guesthouses ist
vielfältig mit akzeptablen Preis – Leistungsverhältnis. Wir hatten auf
Empfehlung unseres Tuk-Tuk Fahrers vom Flughafen, etwas abseits der Innenstadt,
in einem preiswerten Guesthouse ( no
name ), mit angeschlossenem Restaurant und einer schönen Terrasse im 1. Stock,
ein DZ für 10US$ genommen. Es liegt in der Nähe eines kleinen Tempels und hieß
einfach nur Guesthouse. Ebenso ist das Angebot an Restaurants und Garküchen,
national wie international, vielfältiger und umfangreiche als in Vientiane. Wir
haben jedenfalls immer das richtige Essen gefunden.
Der
Verkehr in Luang Prabang ist noch ruhiger als Vientiane, kaum Autos, wenige
Motorräder und viele Fahrräder. Und auch hier genossen wir das Radfahren, da
fast alle Ziele mit dem Rad erreichbar sind.
Im
Zentralmarkt ein umfangreiches Angebot an Früchten, Gemüse und anderen
einheimischen Produkten und vielen Souvenirshops. Hier ist der beste Platz zum
Geldtausch, da viele Anbieter ( meist Frauen ) da sind und so gut gehandelt
werden kann ( den Umtauschkurs sollte man kennen ) . Auch der kleine Markt im
Zentrum ist sehenswert. Hier bieten die Frauen und Kinder aus den Bergdörfern,
in ihrer bunten, traditionellen Kleidung, ihre Eigenproduktionen an. Am Markt
stehen auch einige wenige Taxis die für Ausflüge in die weitere Umgebung
relativ preiswert gemietet werden können.
Viele
schöne Wats, mit meist neugierigen Mönchen die sich gerne mit Touristen
unterhalten, laden zum Besuch ein. Der Palast, das Museum und ein Bummel durch
die hübschen ruhigen Seitenstraßen mit ihren interessanten Häuserfassaden darf
auf keinen Fall im Besuchsprogramm fehlen. Hervorzuheben ist der Tempel Phousi
Mount, der auf einen Hügel liegt und über 328 Stufen erreicht werden kann.
Von hier hat man einen tollen Blick auf die Umgebung von Luang Prabang. Und
wenn man am späten Nachmittag hochsteigt, kommt noch ein sehenswerter Sonnenuntergang
hinzu.
Zum
sicherlich größten Highlight sind die heiligen Höhlen Tham Ting bei Pak
Ou zu zählen. Wir hatten zunächst
einen Trip mit anschließendem Wasserfall bei Diethelm Travel für 30US$
pro Person gebucht. Später sahen wir, dass die gleiche Tour Höhlen,
Wasserfall und Minderheitendorf, am Markt mit einem Taxi für 25
US$ komplett angeboten wurde. Allerdings war der Bootseinstieg ca. 1
Autostunde von Luang Prabang entfernt und das Boot war kleiner als das von
Diethelm Travel und mit weniger Komfort ausgestattet ( wichtig: kein
Verdeck, also an Sonnenschutz denken ).
Hier
konnten wir 35 US$ sparen. Wir stornierten die D.T.-Tour und
nahmen das Angebot vom Markt an. Es sind wahrlich keine Prachtstraßen und der
Zustand zwang den Fahrer langsam zu fahren. Dennoch war die Fahrt erträglich
und wir konnten die interessante Umgebung genießen. Sehr schön die etwas mehr
als 2 Stunden dauernde Bootsfahrt auf dem Mekong. Und dann die fantastischen
Höhlen. Etwas Schweiß wurde uns schon abverlangt um ganz nach oben zu kommen.
Doch der Anblick der heiligen Höhlen mit den unendlich vielen Buddhastatuen aus
allen Geschichtsepochen sowie der Ausblick über den Mekong und der mit
Dschungel bedeckten Landschaft entschädigten für alles. Das Dorf sehenswert
wenn auch nicht spektakulär. Der Kouangsy Wasserfall, malerisch in die
immergrüne Dschungellandschaft integriert, lädt zum relaxen ein. Einige
Travelleler haben einen Tagesausflug mit dem Rad hierher gemacht. Sicherlich
eine lohnende Alternative zur Autofahrt. Denn die Fahrt führt an einige Dörfer
vorbei, durch den Dschungel zum Wasserfall. Der Weg ist zu finden, doch die
schlechten Straßenverhältnisse sind zu beachten und ein ganzer Tag muss da
schon eingeplant werden.
Sehr zu
empfehlen ist nach unserer Meinung ein Ausflug zum gegenüberliegenden
Mekongufer. Beim Bummel am Mekong bot uns ein junger Bootsführer an uns auf die
andere Seite zu bringen und uns die Dörfer und einige der älteren Wats zu
zeigen. Er stammt aus einem der Dörfer und spricht recht gut englisch.
Das Leben der Menschen in den Dörfern, wie sie
ihre Felder bestellen, was sie produzieren, wie die Ernährung aussieht, was die
Kinder spielen, wie sie ausgebildet werden, wie groß der Einfluss der Mönche
auf das tägliche Leben ist, der Mekong als Lebensader, Spiel- Waschplatz und
Toilette gleichermaßen. All das hat er uns erläutert. Selten haben wir so viele
detaillierte Informationen über Menschen und Land erhalten. Die Dörfer waren
relativ sauber und die Wats nett anzusehen. Allerdings drohen einige doch bald
zusammenzustürzen. Uns hat das ganze 10.-DM gekostet. Ob diese Tour häufiger
angeboten wird entzieht sich unserer Kenntnis. Wenn sie angeboten wird, sollte
man annehmen, es lohnt sich.
Wer
Kontakt mit der Bevölkerung sucht, dem sei eine Tour mit dem Fahrrad entlang am
Kakh Fluss empfohlen. Wir waren fast den ganzen Tag unterwegs, sind durch
etliche Dörfer gekommen und hatten viele
erfreuliche Begegnungen, an die wir uns gerne erinnern. In einem der Dörfer
haben wir bei einem Silberschmied eine wunderschöne Silberschale, nach hartem
Feilschen für 17US$ erstanden. Solche Souvenirs sind für uns Erinnerung und der
materielle Wert ist zweitrangig.
Wir haben
uns 6 Tage in Luang Prabang aufgehalten und das war eher etwas zu wenig.
Nun geht
es weiter zu einem ungelösten Rätsel der Menschheit:
Xieng Khouang, die Ebene der
Tonkrüge
o Xieng Khouang
Der Flug
nach Xieng dauerte nur 45 Minuten, aber die Angst reichte für 12 Stunden. Wie schon
gesagt, die laotische Airline setzt halt immer noch auf die uralten russischen
und chinesischen Propellermaschinen. Die Landebahn eine reine Sandpiste. Das
wussten wir aus unserem Reisebegleiter. In Xieng ist es nicht so einfach vom
Flughafen in die Stadt zu kommen. Die Stadt ist sehr in die Länge gezogen und
besitzt keinen Stadtkern. Beiderseits der breiten staubigen Straße reihen sich
die Häuser aneinander. Hier gibt es absolut nichts Sehenswertes. Es gibt auch
nur wenige Hotels und 2 von den empfohlenen aus dem Reiseführer waren
geschlossen. Unsere Unterkunft hier war eher mäßig aber inmitten der
gastgebenden Familie. Dafür war das laotische Essen hervorragend. Die Umgebung
stimmt einen doch traurig. Kaum beseitigte Spuren des Vietnamkrieges. Überall
riesige Bombentrichter und die Straßen z.T. noch zerstört. In den Bergdörfern
sind aus den Granaten- und Bombenresten Zäune bzw. Stützen für Reisspeicher und
Stallungen geworden. Endlich mal eine sinnvolle Anwendung von Granaten und
Bomben. Überall in den Häusern findet man Berge alter Granaten für die
unterschiedlichsten Verwendungen. Diese Gegend wurde während des Vietnamkrieges
sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, und von den B52-Flotten mit
Bombenteppichen überzogen, da die Grenze
nach Vietnam ( Ho Chi Minh – Pfad ) nicht allzu weit ist.
Es gibt 3
Plätze wo die steinernen Krüge gefunden wurden. Da alle nur mit dem Auto
erreichbar sind, mietet man sich für 2 Tage ein Auto mit Führer, der dann auch
die Reihenfolge der Orte festlegt. Natürlich der spektakulärste Fundort zum
Schluss. Innerhalb der 2 Tage sollte auch noch ein Besuch der Heißen Quellen
möglich sein und auf der Fahrt dorthin Zwischenstops in einigen sehenswerten
Bergdörfern. Mehr als 2 Tage hier erscheint uns zuviel, da auch der Ort einfach
nicht mehr zu bieten hat.
Die
Steinkrüge sind riesig, einige mehr als 2 – 3 Meter hoch und völlig rätselhaft
welchen Zweck sie mal erfüllt haben. Am ehesten könnten sie noch als
Grabstätten gedient habe. Doch welche Kultur hat seine Toten aufrecht in Krügen
bestattet? Als Vorratspeicher schienen sie uns auch nicht geeignet, da sie viel
zu weit verstreut sind. Und Hunderte liegen in der Landschaft herum und sind
mit Menschenkraft allein nicht zu bewegen. Es wird wohl immer ein Rätsel
bleiben wer und zu welchem Zweck diese Krüge hergestellt hat.
Der
Rückflug nach Vientiane dauert etwa 40 Minuten unter den gleichen Bedingungen
wie die anderen Inlandsflüge.
Laos, ein freundliches und interessantes Land mit
sehenswerten Highlights und liebenswürdigen Menschen.
Unser
Rückflug nach Deutschland war für den 10.02.1999 gebucht, so blieben uns
noch ein paar Tage für die Khmer-Tempel in Ostthailand und Kho Chang.
Wir
reisten über die Mekongbrücke " Friendship-Bridge ", die Laos mit Thailand verbindet, ohne
Probleme aus.
Anmerkung fuer den Leser:
In diesem Jahr besuchten wir Suedlaos. Die
ruhige und gelassene Ausstrahlung der Menschen haben wir wieder gefunden. Und
auch
sonst, so schien es, gehen die Uhren in Laos
immer noch viel langsamer.
Z. Zt.
schreiben wir an unserem Reisebericht ueber Indochina / Mekong und hoffen ihn
Mitte / Ende September fertig zu haben.
Siehe auch
den Hinweis am Ende des Reiseberichtes Kambodscha.
Die Bilder unserer Reisen werden ab Anfang
November 2003 auf unserer Homepage zur Verfuegung stehen.
( zu Reiseberichte )
( zur
Homepage )
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