Laos 1999          ( zur Homepage )

                                                                       ein

           

Reisebericht von Lilo und Wolfgang Geiger

 

 

o     Planung - Anreise

 

Vom 18.01.2001 – 30.01.2001

 

Unsere 6wöchige Reise 1999, von Ende Dezember '98 bis Mitte Februar '99, führte uns zunächst nach Nepal  ( siehe Reisebericht Nepal 1999

 ) und wir hatten ca. 4Wochen eingeplant. Daran anschließend war ein Kurzbesuch von Laos vorgesehen. Zum Zeitpunkt unserer Reise war das Visum für Laos 15 Tage gültig ( ist wohl auch heute noch so, inzwischen gibt es aber problemlos Verlaengerungen, 09/2003 ). Dadurch war

die Auswahl der möglichen Reiseziele schon eingeschränkt, vor allem wenn man ohne Hektik reisen wollte. Die Highlights sind ohnehin

 

        1 = Luang Prabang

        2 = Xieng - Plateau

        3  = Vientiane

 

Unser Reisebegleiter war der Reiseführer      

 

       Reise Know How "Laos" von Michael Schultze

 

Ein gut sortierter Reiseführer, der alle erforderlichen Informationen und Hinweise enthält.

Die anderen interessanten Reiseziele im Norden bzw. Süden von Laos mussten auf den nächsten Besuch verschoben werden.

Mit der Thai Airways von Bangkok nach etwas mehr als 1 Stunde in Vientiane gelandet. Netter kleiner Flughafen mit wenig Hektik. Das Einreisevisum sollte besser im Heimatland von der laotischen Botschaft ausgestellt werden, da dann die Abfertigung am Flughafen erheblich schneller erledigt ist. Es kostet zur Zeit 50 US$. Problemlos ist auch die Einreise über Land von Thailand aus ( von den anderen angrenzenden Ländern aus soll es auch möglich sein; erkundigen!! ). Das Visum ist auch in Bangkok ohne Schwierigkeiten, sicherlich am einfachsten in der Kao San Road zu bekommen, moeglicherweise auch guenstiger, es dauert nur ein paar Tage und die wollten wir nicht in

der KSR vergeuden.

Was hatte uns eigentlich veranlasst Laos in unsere Reisepläne einzubeziehen? Waren es die heiligen Höhlen von Pak OU am Mekong, Thong Hay Hin, die Ebene der Tonkrüge, Luang Prabang, die alte Königsstadt mit den schönen Pagoden, Tempeln und Palästen? Wir können es nicht genau sagen, und es ist egal, wir waren in Laos und freuten uns auf dieses Land. Schon nach den " ersten Schritten " ins Land spürten wir, hier gehen die Uhren anders ( oder waren einfach stehen geblieben). Fern jeder Hektik und Eile, so behäbig wie der Mekong in Richtung Kambodscha fließt, plätschert auch das tägliche Leben in Laos dahin. Schnell hatte man das beschaulich charmante Land mit seinen herzlichen Menschen lieb gewonnen. Und wir hatten nicht den Eindruck, dass die Menschen, trotz ihrer Armut, neidisch auf das reiche, glitzernde und hektische Thailand am gegenüberliegenden Mekongufer blickten. Hier bleibt die Hoffnung, bei allen gerechtfertigten Bemühungen um eine Verbesserung der Lebensqualität, dass diese Zufriedenheit noch lange anhält. Der Buddhismus, so unser Eindruck, hat in Laos einen wesentlich größeren Einfluss auf den Alltag der Menschen, als in anderen buddhistischen Ländern.

 

o     Vientiane

 

Das Hotelangebot ist ausreichend und relativ preiswert. Noch halten sich die Touristenströme in Grenzen, die vielen Bautätigkeiten lassen jedoch erkennen, dass hier in naher Zukunft mehr erwartet wird. Wir hatten uns das XIENG-Hotel, mit gut ausgestatteten Zimmern mit TV und Minibar, freundlichem Personal und einem Swimmingpool für 20US$ fuer das DZ ausgesucht.

Sehr gut lässt sich die Stadt per Fahrrad erkunden. Die Räder sollte man sich aber genau anschauen, sonst kommt man schnell in die Situation, das Rad schieben zu müssen. Die Stadt ist überschaubar und das Fahrrad zählt noch mit zu den wichtigsten Transportmitteln. Die anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer verhalten sich erfreulich rücksichtsvoll. Breite Prachtstraßen sind kaum vorhanden und der Verkehr fließ gemächlich, fast noch ruhiger als der Mekong, dahin. Selbst die Hühner genießen ihre Siesta am Straßenrand.

Wichtigster Tempel ist der Pha That Luang Tempel, der auch das Wahrzeichen von Laos ist. Um den Triumphbogen, der ein wenig dem Arc

de Triomphe ähnelt, herum haben sich Souvenirstände etabliert und die Grünanlagen werden von den Laoten zum relaxen genutzt. Es gibt noch eine Reihe von lohnenswerten Tempelanlagen wie Wat Sisaket, Wat Simuang, Hor Prakeo usw. die einen Besuch lohnen. Empfehlenswert ist ein Bummel am Mekongufer. Bei einem kühlen " Lao Beer " ( schmeckt abends sehr gut ) lässt sich hier der Sonnenuntergang in einem der vielen Biergärten entspannt genießen. Gespräche mit den flanierenden Mönchen sind leicht möglich, da diese jede Gelegenheit nutzen, um ihr Englisch aufzubessern.

Ein Ausflug zum Steingarten Xieng Khuane, außerhalb von Vientiane, lohnt sich unserer Meinung nach nicht. Hier sind aus Zement und Beton einige Figuren ( buddhistische, hinduistische Motive ) und Häuser aufgebaut, die wir nicht sonderlich attraktiv fanden.

Das Angebot an Restaurants war aus unserer Sicht nicht so berauschend ( oder wir hatten nur einfach Pech ), die laotische Küche sehr schmackhaft, ohne allerdings die Vielfalt der Thai-Küche zu erreichen. Softgetränke und Bier sind fast überall gekühlt erhältlich. Die internationale Küche ist stark französisch orientiert und unserer Meinung nach einfach zu teuer. Das Baguette ist auch in Laos, wie in ganz Indochina, eine positive Hinterlassenschaft der Franzosen und macht das Frühstück erträglich. Insgesamt hielten wir uns 5 Tage in Vientiane auf und fanden das vollkommen ausreichend.

 

o     Luang Prabang

 

Täglich 3 x besteht eine Flugverbindung von Vientiane nach Luang Prabang mit alten russischen oder chinesischen Propellermaschinen. Diese wirkten nicht sehr vertrauensvoll und wir hofften, dass wenigstens die Wartung gut war. Der Flug dauert ca. 45 Minuten und man ist froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Im Bezirk Luang Prabang, mit der Provinzhauptstadt gleichen Namens, fließt der Mekong über viele Kilometer durchs Landesinnere, ist also nicht Grenzfluss zu Thailand.

Am Zusammenfluss von Mekong und Khan Fluss, an zum Teil sehr steilen Ufern, liegt die wunderschöne alte Königsstadt Luang Prabang, mit ihren ca. 30.000 Einwohnern. Sie hat sich inzwischen zur Touristenmetropole in Laos entwickelt und wurde von der UNESCO als " Kulturerbe der Menschheit " eingestuft.

Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, der Fischerei und natürlich vom Tourismus, der sich, trotz des rasanten Anstiegs der Besucherzahlen, immer noch in erträgliche Grenzen hält. Das Angebot an Hotels und Guesthouses ist vielfältig mit akzeptablen Preis – Leistungsverhältnis. Wir hatten auf Empfehlung unseres Tuk-Tuk Fahrers vom Flughafen, etwas abseits der Innenstadt, in einem preiswerten  Guesthouse ( no name ), mit angeschlossenem Restaurant und einer schönen Terrasse im 1. Stock, ein DZ für 10US$ genommen. Es liegt in der Nähe eines kleinen Tempels und hieß einfach nur Guesthouse. Ebenso ist das Angebot an Restaurants und Garküchen, national wie international, vielfältiger und umfangreiche als in Vientiane. Wir haben jedenfalls immer das richtige Essen gefunden.

Der Verkehr in Luang Prabang ist noch ruhiger als Vientiane, kaum Autos, wenige Motorräder und viele Fahrräder. Und auch hier genossen wir das Radfahren, da fast alle Ziele mit dem Rad erreichbar sind.

Im Zentralmarkt ein umfangreiches Angebot an Früchten, Gemüse und anderen einheimischen Produkten und vielen Souvenirshops. Hier ist der beste Platz zum Geldtausch, da viele Anbieter ( meist Frauen ) da sind und so gut gehandelt werden kann ( den Umtauschkurs sollte man kennen ) . Auch der kleine Markt im Zentrum ist sehenswert. Hier bieten die Frauen und Kinder aus den Bergdörfern, in ihrer bunten, traditionellen Kleidung, ihre Eigenproduktionen an. Am Markt stehen auch einige wenige Taxis die für Ausflüge in die weitere Umgebung relativ preiswert gemietet werden können.

Viele schöne Wats, mit meist neugierigen Mönchen die sich gerne mit Touristen unterhalten, laden zum Besuch ein. Der Palast, das Museum und ein Bummel durch die hübschen ruhigen Seitenstraßen mit ihren interessanten Häuserfassaden darf auf keinen Fall im Besuchsprogramm fehlen. Hervorzuheben ist der Tempel Phousi Mount, der auf einen Hügel liegt und über 328 Stufen erreicht werden kann. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Umgebung von Luang Prabang. Und wenn man am späten Nachmittag hochsteigt, kommt noch ein sehenswerter Sonnenuntergang hinzu.

Zum sicherlich größten Highlight sind die heiligen Höhlen Tham Ting bei Pak Ou  zu zählen. Wir hatten zunächst einen Trip mit anschließendem Wasserfall bei Diethelm Travel für 30US$ pro Person gebucht. Später sahen wir, dass die gleiche Tour Höhlen, Wasserfall und Minderheitendorf, am Markt mit einem Taxi für 25 US$ komplett angeboten wurde. Allerdings war der Bootseinstieg ca. 1 Autostunde von Luang Prabang entfernt und das Boot war kleiner als das von Diethelm Travel und mit weniger Komfort ausgestattet ( wichtig: kein Verdeck, also an Sonnenschutz denken ).

Hier konnten wir 35 US$ sparen. Wir stornierten die D.T.-Tour und nahmen das Angebot vom Markt an. Es sind wahrlich keine Prachtstraßen und der Zustand zwang den Fahrer langsam zu fahren. Dennoch war die Fahrt erträglich und wir konnten die interessante Umgebung genießen. Sehr schön die etwas mehr als 2 Stunden dauernde Bootsfahrt auf dem Mekong. Und dann die fantastischen Höhlen. Etwas Schweiß wurde uns schon abverlangt um ganz nach oben zu kommen. Doch der Anblick der heiligen Höhlen mit den unendlich vielen Buddhastatuen aus allen Geschichtsepochen sowie der Ausblick über den Mekong und der mit Dschungel bedeckten Landschaft entschädigten für alles. Das Dorf sehenswert wenn auch nicht spektakulär. Der Kouangsy Wasserfall, malerisch in die immergrüne Dschungellandschaft integriert, lädt zum relaxen ein. Einige Travelleler haben einen Tagesausflug mit dem Rad hierher gemacht. Sicherlich eine lohnende Alternative zur Autofahrt. Denn die Fahrt führt an einige Dörfer vorbei, durch den Dschungel zum Wasserfall. Der Weg ist zu finden, doch die schlechten Straßenverhältnisse sind zu beachten und ein ganzer Tag muss da schon eingeplant werden.  

Sehr zu empfehlen ist nach unserer Meinung ein Ausflug zum gegenüberliegenden Mekongufer. Beim Bummel am Mekong bot uns ein junger Bootsführer an uns auf die andere Seite zu bringen und uns die Dörfer und einige der älteren Wats zu zeigen. Er stammt aus einem der Dörfer und spricht recht gut englisch.

 Das Leben der Menschen in den Dörfern, wie sie ihre Felder bestellen, was sie produzieren, wie die Ernährung aussieht, was die Kinder spielen, wie sie ausgebildet werden, wie groß der Einfluss der Mönche auf das tägliche Leben ist, der Mekong als Lebensader, Spiel- Waschplatz und Toilette gleichermaßen. All das hat er uns erläutert. Selten haben wir so viele detaillierte Informationen über Menschen und Land erhalten. Die Dörfer waren relativ sauber und die Wats nett anzusehen. Allerdings drohen einige doch bald zusammenzustürzen. Uns hat das ganze 10.-DM gekostet. Ob diese Tour häufiger angeboten wird entzieht sich unserer Kenntnis. Wenn sie angeboten wird, sollte man annehmen, es lohnt sich.

Wer Kontakt mit der Bevölkerung sucht, dem sei eine Tour mit dem Fahrrad entlang am Kakh Fluss empfohlen. Wir waren fast den ganzen Tag unterwegs, sind durch etliche Dörfer gekommen und hatten  viele erfreuliche Begegnungen, an die wir uns gerne erinnern. In einem der Dörfer haben wir bei einem Silberschmied eine wunderschöne Silberschale, nach hartem Feilschen für 17US$ erstanden. Solche Souvenirs sind für uns Erinnerung und der materielle Wert ist zweitrangig.

Wir haben uns 6 Tage in Luang Prabang aufgehalten und das war eher etwas zu wenig.

Nun geht es weiter zu einem ungelösten Rätsel der Menschheit:          

 

            Xieng Khouang, die Ebene der Tonkrüge         

 

o     Xieng Khouang

 

Der Flug nach Xieng dauerte nur 45 Minuten, aber die Angst reichte für 12 Stunden. Wie schon gesagt, die laotische Airline setzt halt immer noch auf die uralten russischen und chinesischen Propellermaschinen. Die Landebahn eine reine Sandpiste. Das wussten wir aus unserem Reisebegleiter. In Xieng ist es nicht so einfach vom Flughafen in die Stadt zu kommen. Die Stadt ist sehr in die Länge gezogen und besitzt keinen Stadtkern. Beiderseits der breiten staubigen Straße reihen sich die Häuser aneinander. Hier gibt es absolut nichts Sehenswertes. Es gibt auch nur wenige Hotels und 2 von den empfohlenen aus dem Reiseführer waren geschlossen. Unsere Unterkunft hier war eher mäßig aber inmitten der gastgebenden Familie. Dafür war das laotische Essen hervorragend. Die Umgebung stimmt einen doch traurig. Kaum beseitigte Spuren des Vietnamkrieges. Überall riesige Bombentrichter und die Straßen z.T. noch zerstört. In den Bergdörfern sind aus den Granaten- und Bombenresten Zäune bzw. Stützen für Reisspeicher und Stallungen geworden. Endlich mal eine sinnvolle Anwendung von Granaten und Bomben. Überall in den Häusern findet man Berge alter Granaten für die unterschiedlichsten Verwendungen. Diese Gegend wurde während des Vietnamkrieges sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, und von den B52-Flotten mit Bombenteppichen überzogen, da  die Grenze nach Vietnam ( Ho Chi Minh – Pfad ) nicht allzu weit ist.

Es gibt 3 Plätze wo die steinernen Krüge gefunden wurden. Da alle nur mit dem Auto erreichbar sind, mietet man sich für 2 Tage ein Auto mit Führer, der dann auch die Reihenfolge der Orte festlegt. Natürlich der spektakulärste Fundort zum Schluss. Innerhalb der 2 Tage sollte auch noch ein Besuch der Heißen Quellen möglich sein und auf der Fahrt dorthin Zwischenstops in einigen sehenswerten Bergdörfern. Mehr als 2 Tage hier erscheint uns zuviel, da auch der Ort einfach nicht mehr zu bieten hat.

Die Steinkrüge sind riesig, einige mehr als 2 – 3 Meter hoch und völlig rätselhaft welchen Zweck sie mal erfüllt haben. Am ehesten könnten sie noch als Grabstätten gedient habe. Doch welche Kultur hat seine Toten aufrecht in Krügen bestattet? Als Vorratspeicher schienen sie uns auch nicht geeignet, da sie viel zu weit verstreut sind. Und Hunderte liegen in der Landschaft herum und sind mit Menschenkraft allein nicht zu bewegen. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben wer und zu welchem Zweck diese Krüge hergestellt hat.

 

Der Rückflug nach Vientiane dauert etwa 40 Minuten unter den gleichen Bedingungen wie die anderen Inlandsflüge.

 

Laos, ein freundliches und interessantes Land mit sehenswerten Highlights und liebenswürdigen Menschen.

 

Unser Rückflug nach Deutschland war für den 10.02.1999 gebucht, so blieben uns noch ein paar Tage für die Khmer-Tempel in Ostthailand und Kho Chang.

Wir reisten über die Mekongbrücke " Friendship-Bridge ",  die Laos mit Thailand verbindet, ohne Probleme aus.

 

Anmerkung fuer den Leser:

 

In diesem Jahr besuchten wir Suedlaos. Die ruhige und gelassene Ausstrahlung der Menschen haben wir wieder gefunden. Und auch

sonst, so schien es, gehen die Uhren in Laos immer noch viel langsamer.

 

Z. Zt. schreiben wir an unserem Reisebericht ueber Indochina / Mekong und hoffen ihn Mitte / Ende September fertig zu haben.

Siehe auch den Hinweis am Ende des Reiseberichtes Kambodscha.

 

Die Bilder unserer Reisen werden ab Anfang November 2003 auf unserer Homepage zur Verfuegung stehen.

 

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