Nepal 1999       ( zur Homepage )

                                                                      

      ein

     

Reisebericht von Lilo und Wolfgang Geiger

 

Die Reiseetappen:

 

         1 = Das Kathmandutal

        2 = Pokhara

        3  = Chitwan Nationalpark

 

o     Vorbemerkung

 

Die Reise hat schon 1999 stattgefunden und der Bericht wurde im gleichen Jahr erstellt.

Unsere Homepage war längere Zeit nicht  verfügbar.

Wir nehmen den Bericht trotzdem in unsere Homepage auf, da er sicherlich noch in vielen Punkten aktuell ist und für die Planung eines Nepalbesuch

noch hilfreich  sein kann. 

 

o     Planung

 

Welcher Traveller hat nicht schon vom Trekking im Himalaya, von den kulturellen Schätzen im Kathmandutal oder von der wilden Dschungellandschaft

im  Chitwan Nationalpark geträumt. Wir jedenfalls waren schon immer von dieser Region tief beeindruckt. Unsere Reise 1999 ging also nach Nepal.

Daran anschließend sollte noch Zeit genug für Laos sein ( siehe auch unseren Reisebericht Laos ). Bei der Festlegung unserer Reiseroute benutzten

wir:                                                                                   

 

        Stefan Loose  "Nepal"

       Lonely Planet  "Nepal"

       Reise Know How "Laos"

 

Alle diese Reiseführer sind sehr gut aufgebaut und gut recherchiert, und unserer Meinung nach empfehlenswert.

Und das kam dabei heraus:

 

3 – 4 Wochen Nepal mit

 

- Kathmandutal

  - Pokhara

  - Chitwan Nationalpark

 

Die Aufenthaltsdauer Nepal war abhängig vom Trekking in Pokhara.

 

ca. 2 Wochen Laos mit

  - Vientiane

  - Luong Prabang

  - Xien – Plateau

 

o     Der Flug

 

Schwierig war es, einen geeigneten Flug zu finden. So dachten wir den Hinflug:

 

         Paderborn/Lippstadt – Frankfurt – Kathmandu – Bangkok – Vientiane

 

Das ging so nicht. Die tatsächliche Route mit der Thai-International Airline war dann:

 

Paderborn/Lippstadt – Frankfurt – Bangkok – Kathmandu – Bangkok – Vientiane

Abflug:     29.12.1998 10Uhr

 

Der Rückflug war einfacher:

 

         Bangkok – Frankfurt – Paderborn/Lippstadt

       Rückflug:   10.02.1999 23Uhr

 

Die Thai-International  ist bekanntermaßen eine ausgezeichnete Airline und wir sind schon häufiger mit ihr geflogen und immer sehr zufrieden. Der

Flug kostete 1860.- DM plus Flughafensteuer und Versicherung pro Person, was angesichts der Umwege akzeptabel war. 

 

o     Das Kathmandutal

 

Nach angenehmen Flug und 3Std Aufenthalt in Bangkok sicher in Kathmandu gelandet. Am Flughafen das Hotel " Discovery "  im Touristenviertel

Thamel gebucht. Ein sauberes Hotel mit freundlichem Personal, einem angeschlossenem Restaurant und viele aktuelle Informationen über Kathmandu

und Nepal. Die Zimmer etwas einfach eingerichtet und das Doppelzimmer kostete 10US$. Eine schöne Gartenterrasse auf der gut zu frühstücken

war, wenn die Sonne hoch genug stand ( gegen 10Uhr ). Überhaupt Sonne, wir hatten tagsüber viel Sonne, die Nächte waren z.T. doch sehr frostig.

Und die meisten Hotels der Mittelklasse haben keine Heizung. Eine 2. Zudecke ist daher fast immer erforderlich. Wir mussten feststellen, Januar

ist nicht die optimale Reisezeit für Nepal ( siehe auch Chitwan Nationalpark ). Entsprechend ausgerüstet lässt es sich jedoch sehr gut ertragen, da

dann ja logischerweise die Touristenströme dünner sind.

 

Nargakot

 

Aufgrund unserer Planung war klar, zum Mount Everest werden wir nicht kommen. Daher wollten wir ihn wenigstens sehen und dazu ist Nargakot

der richtige Ort. In den Reiseführern hervorgehoben wegen der eindrucksvollen Views und des spektakulären Sonnenaufganges. Es gibt hier

akzeptable Hotels und der Ort liegt etwas über 2100m hoch. Der Sonnenaufgang wirklich spektakulär. Vorübergehend werden die schneebedeckten

Gipfel mit einem flammenden Rosa überzogen und jetzt kam man sich sehr klein vor. Einfach gigantisch diese Welt. Auch das Mount Everest Massiv

ist zu sehen, aber nicht ohne Hilfe der Einheimischen. Zu klein sind die weiten Gipfel des Everest als dass man sie an dem Profil erkennen könnte.

 

Thimi

 

Lohnenswert auf der Fahrt nach Nargakot ist ein Zwischenstop in dem Töpferdorf Thimi. Hier kann man abseits vom Tourismus nepalesisches

Leben und die Produktion von Töpferwaren für den täglichen Gebrauch life erleben. Die überaus freundlichen und entgegenkommenden Menschen

zeigen und erläutern gerne die einzelnen Produktionsabläufe, vom Mischen der rohen Tonmasse über das Formen der Tonwaren auf Töpfer-

scheiben, die von Hand angetrieben wurden, brennen der Rohware bis hin zum glasieren und bemalen der gebrannten Ware. Fast alles spielt sich

unter freiem Himmel ab.

Wir meinen beeindruckend und unbedingt sehenswert.

 

Bhaktapur 
 
Auf der Rückfahrt nach Kathmandu ( Bus ) ist für den kulturell interessierten Reisenden ein Zwischenstop in der alten Königsstadt Bhaktapur ein
unbedingtes Muss. Die Stadt ist von der UNESCO als " Kulturerbe der Menschheit " eingestuft und erhält für die Restaurierung der historischen
Altstadt entsprechende finanzielle Unterstützung. Eine ausgesprochen saubere Stadt und die Anlagen, Tempel, Klöster und Paläste sind in einem
sehr guten Zustand. Es macht Sinn hier zu übernachten, da an vielen Stellen der Stadt am Abend kleine Musikgruppen nepalesische Musik
produzieren. Diese Veranstaltungen sind nicht touristisch ausgerichtet und machen viel Spaß, wenn auch die Musik für " westliche Ohren " teilweise
laut und disharmonisch klingt. Hochinteressant auch der Pottery Square, wo die Töpferwaren von Thimi zum Verkauf angeboten werden.  
In Bhaktapur kann man gut 2 – 3 Tage bleiben. Dank der guten Reiseführer ist ein Guide nicht unbedingt erforderlich. Wer jedoch an ausführliche
Details über die Historie der Stadt mit seinen Palästen und Tempeln  interessiert ist, sollte einen Guide engagieren.
 
Patan 
 
In Patan, der ältesten Kaiserstadt im Kathmandutal, haben wir uns nicht so wohl gefühlt. An historischen Gebäuden und Tempeln mangelt es nicht.
Und auch der Durbare Square ist fast genauso interessant wie in Bhaktapur oder Kathmandu. Jedoch ist die Stadt wesentlich schmutziger und
lauter. Hinzukommen viele aufdringliche Guides und jede Menge z.T. sehr hartnäckige Bettler. Man merkt fast überall, dass kaum Geld für den
Erhalt der Stadt zur Verfügung steht. Trotzdem lohnt ein Besuch. Vielleicht ist es besser zuerst Patan und dann Bhaktapur zu besuchen

 

Kathmandu

 

Obwohl nur ca. 5% der Bevölkerung Buddhisten sind, gibt es viele schöne buddhistische Tempel in Nepal, wobei nicht wenige auf die tibetischen

Flüchtlinge zurückzuführen sind. Der für uns schönste Buddhatempel ist der Swayambunath, der auch von den Hindus verehrt wird. Schön gelegen

strahlt er eine heitere, gelassene Atmosphäre aus und " Buddhas Augen " scheinen alles zu sehen .Hier hatten wir das Glück an einer Mönchsmesse

mit Erlaubnis zum Fotografieren teilnehmen zu dürfen. Ein beeindruckendes Erlebnis. Unbedingt sehenswert ist auch der Bodnath Tempel mit der

größten Stupa der Welt ( so zumindest unsere Information ). Zu den großartigen Sehenswürdigkeiten gehört natürlich der Durbar Square mit seinen

Märkten, Tempeln, Palästen und vor allem Kumari, die einzige lebende Göttin der Welt. Auch hier hatten wir das Glück sie zu sehen, wobei

allerdings striktes Fotografierverbot bestand. Für die Kumari ist das Leben sicherlich nicht so einfach. In der Kindheit als Göttin verehrt und danach dann zwar geachtet aber nicht unbedingt begehrt. Mehr über diese Göttin und den Glauben der Nepalesen an Kumari bitte der einschlägigen

Literatur entnehmen.

Zu den 3 wichtigsten Heiligtümer im Hinduismus zählt die Tempelanlage Paschupatinath am heiligen Bagmati – Fluss ( das Gegenstück zum Ganges ).

Wie in fast allen großen Hindutempel ist der Zugang zu den heiligen Bereichen für Nichthindus verboten. Deshalb haben wir einen Guide engagiert

der uns dann die Zusammenhänge der Tempelanlage erklärt hat. In diesem Fall hat sich der Guide gelohnt. Eine große Tempelanlage in der eine rege

Beschäftigung herrschte. Mit Markt und wieder sehr aufdringlichen Souvenirverkäufern. Von den Sadhus waren wir ein wenig enttäuscht. Für ein

paar Groschen machten sie sich vor den Touristen zu Clowns indem sie ( zugegeben  ) unglaubliche Verrenkungen vorführten und sich fotografieren

ließen. Von ihrer Würde blieb da nicht viel übrig. Ein interessanter Blick auf die Altenheime im Tempelkomplex. Unser Guide erzählte uns, dass diese

Heime von Mutter Theresia gegründet und von der Stiftung finanziert werden. Einsame alte Menschen werden hier kostenlos aufgenommen und

gepflegt. Nachdem wir eine Spende abgegeben hatten, bestand unser Guide darauf auch das Innere zu besichtigen. Unser Sträuben verstand er

nicht. Saubere einfache Räume in denen die alten Menschen auf den Tod warten. Kein erheiternder Anblick. Genau sowenig wie die ständigen

öffentlichen Leichenverbrennungen am Fluss. Das ist zwar der gelebte Hinduismus, aber für uns doch sehr ungewohnt. Dazu die offensichtliche

Armut vieler Tempelbesucher. Das alles ist uns sehr nahe gegangen und auf den Magen geschlagen. Bis heute sind wir unsicher  wie diese sicherlich

beeindruckende Tempelanlage  für uns einzuordnen ist. Wir glauben, noch mal besuchen wollten wir sie nicht.

Vieles gibt es noch in Kathmandu zu sehen und zu bewundern. Alles aufzuführen würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Wir haben ( mit

Unterbrechungen ) insgesamt 8 Tage im Kathmandutal verbracht. Und das war ausreichend aber nicht zulange.

 

o     Pokhara

 

Die Busfahrt nach Pokhara war sehr angenehm. Der Bus nicht voll und der Fahrer kein verkappter Rennfahrer. Wer Pokhara nicht kennt hier ein kurzes Profil.

 

            - jede Menge Hotels und Guesthouses

            - Restaurants für alle Geschmacksrichtungen

            - Ausgangspunkt für viele Trekkingtouren in das Annapurna-Massiv

        - ein unglaubliches Panorama des  Himalaya

            - die Eisriesen scheinen zum Greifen nahe

            - ein Sonnenuntergang der die Berge in ein Rosa taucht wie in Nargakot der Sonnenaufgang

 

kurz ein Höhepunkt der besonderen Art.

Eine Trekkingtour stand eigentlich auf unserem Programm. Leider hatte Lilo 3 Monate vor unserer Reise einen leichten Bandscheibenvorfall. Zwar

vollständig erholt, jedoch noch etwas vorsichtig und ängstlich. So entschlossen wir uns für eine 4tägige leichtere Tour die nicht in Richtung

Himalaya sondern über die Dörfer im Mittelgebirge ( bis 3000m ) ging. Dadurch verkürzte sich der Aufenthalt in Nepal entsprechend, so dass wir

den Flug nach Laos umbuchten. Rückflug nach Bangkok am 17.01.99 und  Weiterflug nach Vientiane / Laos am 18.01.99.

Die meisten Restaurants und Hotels liegen an einem See etwas außerhalb von Pokhara. Die Stadt an sich hat bis auf das tolle Panorama wenig zu

bieten.

Unser Hotel in Pokhara " Nightingale " für 15 US$ das Doppelzimmer ist ganz nett. Im neuen Teil sehr schöne große Doppelzimmer, die Zimmer im

älteren Gebäude sind etwas abgewohnt. Freundliches Personal und wie fast in jedem Hotel in der Rezeption auch ein Reisebüro. Hier hatten wir

unsere Trekkingtour mit Guide gebucht. Das Hotel hat eine wunderschöne Dachterrasse, auf der man im Schatten des Himalaya gut frühstücken

kann.

Ein lohnenswerter Ausflug in Pokhara ist der Besuch des Tibetdorfes. Die tibetischen Flüchtlinge versuchen hier ihre  Heimat mit den

Lebensgewohnheiten und Traditionen  zu kopieren. Wir haben viele Informationen, und davon einige sehr negative,  über Tibet, das Leben dort,

seine Traditionen und die Besetzung durch China erhalten.

 

Trekking

 

Unsere Tour, auch als Königstour bekannt, entsprach vom Anspruch her einer Bergwanderung in den Alpen. Täglicher Höhenunterschied zwischen

800 – 1000m rauf und runter. Alles in allem es war anstrengend hat dennoch sehr viel Spaß gemacht. In den Bergdörfern immer wieder das "

Namaste " ( als herzlich willkommen auszulegen ), Kinder die uns kilometerweit begleiteten ohne zu betteln. Die Dörfer wunderschön in die Berge

hineingebaut und sind sehr sauber. Ein Panorama wie gemalt. Die Täler oft mit dichtem immergrünen Dschungel bedeckt. Und überall gegenwärtig –

der Himalaya mit seinen schneebedeckten Gipfel.

Unser Guide sehr gut,  mit vielen Informationen über diese Region. Lilos Rücken hielt und unsere Kondition wurde täglich besser. Übernachtet haben

wir privat in den Bergdörfern. Manchmal ohne sanitäre Anlagen ( jungle – toilet ) und immer ohne Strom. Einmal stand unser Bett auf dem Balkon,

ein anderes mal war die ganze Familie mit im Schlafraum. Also " hautenger " Kontakt mit der Bevölkerung. Das Essen sehr einfach aber

schmackhaft, meistens Linsen mit viel Gemüse aus dem Vok, oder Nudelsuppe, immer ohne Fleisch. Softgetränke oder Bier waren eher selten, dafür

immer reichlich Tee und Trinkwasser. Nachts war es kalt, die zur Verfügung gestellten Schlafsäcke wärmten uns  aber ausreichend.

 

Diese erlebnisreiche und schöne Trekkingtour werden wir so schnell nicht vergessen.  

 

o     Chitwan Nationalpark

 

Wir wollten die riesigen Panzernashörner life erleben. Und das lässt sich nirgendwo besser bewerkstelligen als im Chitwan Nationalpark.

Nach einigen Überlegungen und Informationen durch andere Traveller entschlossen wir uns, eine Pauschaltour für Chitwan zu buchen.

Das Angebot beinhaltete:

 

            - Transport von Pokhara nach Chitwan

            - 2 Übernachtungen mit Vollpension im Nationalpark Guesthous

              ( Das Essen war ganz hervorragend )

            - zu den Panzernashörnern per Elefant

            - Flussfahrt zu den Krokodilen und zur Elefantenaufzucht

            - Dschungel Trekking

            - Bird watching

            - Transport von Chitwan nach Kathmandu

 

Insgesamt haben wir für Pokhara ( Übernachtung und Trekking ) und Chitwan 365 US$ bezahlt.

In Chitwan mussten wir erneut feststellen, dass diese Zeit nicht ganz optimal ist. Bis sich der Morgennebel auflöste dauerte es recht lange und so

war das " Bird watching " mehr oder weniger ein Flop. Auch die Krokodile im Fluß waren morgens kaum auszumachen. Dafür waren die

Panzernashörner eine Wucht. Als ein riesiges Panzernashorn auftauchte fing selbst unser Elefant an zu zittern. Ein Muttertier mit Junges wirkte

sehr nervös und angriffslustig. Unser Guide trieb unseren Elefanten schnell aus der Gefahrenzone. Ein Erlebnis auf das wir hätten verzichten

können.

Die Elefantenaufzucht sehenswert und der Trip durch den Bambusdschungel abenteuerlich. Hier war in einiger Entfernung ein Panzernashorn zu

sehen. Erfreulicherweise bewegte es sich fort von uns. Schöne Dörfer der Einheimischen im Nationalpark. Abends eine Folkloreaufführung für uns

Touristen. War recht nett.

Wegen der Tiger und Nashörner durften wir im Park nicht ohne Guide herumlaufen.

Es lohnt sich nach Chitwan zu fahren wenn genügend Zeit und Interesse an Großwild in Freiheit besteht.

Dann zurück nach Kathmandu mit dem Bus.

Es nahte das Ende der Nepalreise.

 

Wir sind sicher nicht das letzte Mal in Nepal gewesen zu sein.

 

( zu Reiseberichte )

( zur Homepage )